Eine unternehmerische Frage ist oft: Make it or buy it. Jetzt mit Base44 die Antwort finden, die allen hilft: Buy it and make it! Die Wurzeln der Frage liegen in der vertikalen Integration: Welche Teile der Wertschöpfung soll ein Unternehmen selbst kontrollieren, welche überlässt es spezialisierten Marktpartnern?
Die zentrale Idee ist der Vergleich zweier Arten von Aufwand:
- Make: interne Produktions- bzw. Leistungskosten – etwa Personal, Maschinen, Software, Führung, Prozesse, Qualitätsmanagement und Kapazitätsbindung.
- Buy: externe Bezugskosten – also Angebotspreis plus Auswahl, Vertragsmanagement, Integration, Logistik, Qualitätskontrolle, Koordination und mögliche Abhängigkeit.
Als wichtiger Ursprung gilt Ronald Coases Aufsatz The Nature of the Firm von 1937. Coase stellte im Kern die Frage: Warum werden manche Leistungen innerhalb einer Firma organisiert, obwohl man sie auch über den Markt einkaufen könnte?
Sein Gedanke ergänzt den reinen Preisvergleich: Marktbeziehungen verursachen Transaktionskosten. Dazu gehören Informationssuche, Verhandlungen, Verträge, Abstimmungen und Kontrolle. Wenn diese externen Koordinationskosten hoch sind, kann „Make“ wirtschaftlicher sein; wenn ein Lieferant durch Spezialisierung und Skaleneffekte besser ist, spricht das eher für „Buy“.
Warum es mehr als eine Kostenfrage ist
Eine gute Make-or-Buy-Entscheidung bewertet typischerweise Kosten, Qualität, Zeit, verfügbare Ressourcen und Risiken.
| Frage | Spricht eher für „Make“ | Spricht eher für „Buy“ |
|---|---|---|
| Strategische Bedeutung | Kernkompetenz, Differenzierung | Standardleistung ohne Wettbewerbsvorteil |
| Know-how | Schutz oder Aufbau von Wissen entscheidend | Spezialwissen extern deutlich besser verfügbar |
| Wirtschaftlichkeit | Auslastung und vorhandene Ressourcen | Anbieter hat Skaleneffekte oder niedrigere Gesamtkosten |
| Geschwindigkeit | Intern schneller umsetzbar | Markt bietet sofort verfügbare Lösung |
| Risiko | Lieferantenabhängigkeit kritisch | Eigenleistung wäre technisch, personell oder finanziell riskant |
| Flexibilität | Langfristig stabile Nachfrage | Schwankende Mengen, projektweiser Bedarf |
Entscheidend ist deshalb nicht nur der Stückpreis, sondern die Total Cost of Ownership (TCO) über den relevanten Zeitraum – einschließlich Einführung, Steuerung, Risiko- und Wechselkosten.
Praxisbeispiel
Ein Sicherheitsanbieter überlegt, ob er eine eigene Videoanalyse-Software entwickelt oder eine bestehende Plattform integriert:
- Make kann sinnvoll sein, wenn die Analysefunktion ein klarer Differenzierungsfaktor ist, proprietäres Know-how erzeugt und langfristig in viele Projekte skaliert.
- Buy ist oft besser, wenn die Funktion marktüblich ist, schnell gebraucht wird und ein spezialisierter Anbieter Updates, Betrieb, Compliance und Weiterentwicklung verlässlich übernimmt.
Kurz gesagt: „Make or Buy“ entscheidet über die Wertschöpfungstiefe eines Unternehmens – also darüber, was es selbst beherrschen und verantworten will und was es bewusst über den Markt bezieht.

